Die Trinkwasserversorgung in der Region Wil-Uze kommt punktuell an ihre Belastungsgrenze: Mehrere Quellen in verschiedenen Gemeinden führen deutlich weniger Wasser als üblich oder sind vollständig versiegt. Gleichzeitig sinken die Grundwasserstände kontinuierlich. Teilweise muss bereits Trinkwasser aus benachbarten Netzen bezogen werden, um die Versorgung sicherzustellen. Verschiedene Pumpwerke laufen seit Wochen nahezu im Dauerbetrieb, im Bestreben die Reservoirs stetig nachzufüllen. Die Wetterprognosen lassen zudem keine nachhaltige Entspannung erwarten. Selbst allfällige Niederschläge würden die Lage nicht unmittelbar entschärfen, da das Wasser erst mit Verzögerung im Grundwasser zur Verfügung steht.
Gartenbewässerung führt zu hohen Verbrauchsspitzen
Der derzeit hohe zusätzliche Wasserverbrauch zeigt sich in den Daten der Wasserversorger: Der aktuelle Tages-Wasserverbrauch ist teilweise fast doppelt so hoch wie der langjährige Durchschnitt für diese Jahreszeit. Vor allem die Gartenbewässerung führt in den Abendstunden zu markanten Verbrauchsspitzen.
Die Wasserversorger verdeutlichen dies mit einem einfachen Vergleich: «Der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Person liegt bei etwa 140 bis 160 Litern am Tag. Eine vierköpfige Familie benötigt also ungefähr 600 Liter. Ganz anders sieht es bei der Gartenbewässerung aus. Ein Rasensprenger verbraucht in einer Stunde zwischen 800 und 1'000 Liter Wasser. Wer ihn zwei Stunden laufen lässt, braucht so viel Wasser wie eine Familie während mehrerer Tage.»
Stabschef ruft zur Solidarität auf
«Unsere Wasserversorger leisten derzeit einen ausserordentlichen Einsatz, um die Versorgung der Bevölkerung jederzeit sicherzustellen. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit stossen die Anlagen jedoch zunehmend an ihre Grenzen. Jetzt ist Solidarität gefragt: Wenn jede und jeder bewusst mit Trinkwasser umgeht, können wir die Situation gemeinsam entschärfen.» Thomas Widmer, Stabschef Regionaler Führungsstab Wil-Uze
Ein sparsamer Umgang mit Trinkwasser kann die Versorgungslage spürbar entlasten. Die Bevölkerung kann schon mit einfachen, aber wirkungsvollen Massnahmen einen wichtigen Beitrag leisten:
- auf das Bewässern von Rasenflächen möglichst verzichten
- Gärten nur gezielt und sparsam bewässern
- auf das Befüllen oder Nachfüllen von Pools verzichten
- Fahrzeuge, Vorplätze und Terrassen nicht mit Trinkwasser reinigen
- Trinkwasser auch im Haushalt bewusst und sparsam verwenden
Lage wird laufend überprüft
Der Regionale Führungsstab Wil-Uze beobachtet die Entwicklung gemeinsam mit den Wasserversorgungen, den Gemeinden und den kantonalen Fachstellen laufend. Sollten zusätzliche Massnahmen notwendig werden, wird die Bevölkerung umgehend informiert.